Das Ende der Pavillonschule

Stadtrat will Gebäude nicht sanieren – Grundstück für Schulneubau für Graserschule und Pavillons gesucht

Plötzlich war da keine Spur mehr von Zoff, die Stadträte waren sich einig: Die Pavillonschule hat keine Zukunft mehr. Die Kosten für die Sanierung der fast 50 Jahre alten Pavillons auf dem Grünen Hügel sind viel zu hoch. Fast einstimmig beschloss der Stadtrat ein neues Schulhaus muss her für die Schüler von Graserschule und Pavillonschule. Alle schienen zufrieden, nur der Schulleiter konnte sich nicht freuen.
BAYREUTH

Von Tobias Köpplinger
Andreas Huber saß hinten auf den Zuschauerstühlen. Er ist der Schulleiter der Graserschule. Und als Chef der Graserschule ist er gleichzeitig auch der Chef der Pavillonschule. Huber notierte, er hörte zu, nur freuen konnte er sich nicht. Vor ihm beriet der Stadtrat einmal mehr über die Zukunft der Schulpavillons auf dem Grünen Hügel. Und da waren sich die Stadträte plötzlich einig. Ja, die Pavillons haben keine Zukunft. Ja, auch die Graserschule ist so nicht zu gebrauchen. Und ja, ein neues Schulhaus muss her, dass Graserschule und Pavillons ersetzt. Huber notierte das. Dann sagte er: „Das heißt, für uns tut sich erstmals nichts.“ Es bleibt beim Ganztagesprovisorium, beim fehlenden Speisesaal, bei den nicht idealen Klassenzimmern. Andreas Huber hob die Schultern.

Eigentlich sollte die Graserschule saniert werden. Geschätzte Kosten: sechs Millionen Euro. 120 Schüler werden dort unterrichtet. Dazu kommen 80 Schüler in den Pavillons am Grünen Hügel. Eine Schule in zwei Häusern. Aber auch die Pavillons sind in die Jahre gekommen. Kosten hier: 460 000 Euro und nicht 275 000 Euro, von denen der Stadtrat bislang ausgegangen war. „Hat sich da nicht die Beschlussgrundlage geändert?“, fragte der Baureferent Hans-Dieter Striedl.

Hatte. Das sah auch Ulrike Lex (CSU) ein. Sie hatte noch zwei Tage zuvor im Ältestenausschuss für den Standort Pavillonschule plädiert: „Was ist mit einem Neubau zwischen Graserschule und Pavillons“, fragte sie jetzt. Stephan Müller (BG) sagte: „Ich stelle die Einsicht fest, dass man die Pavillons nicht für teures Geld sanieren muss.“ Christa Müller Feuerstein (SPD) sagte: „Uns laufen die Kosten davon.“ Iris Jahn (Junges Bayreuth) sagte: „Es freut mich, dass die Realität hier angekommen ist.“ Dann zählte sie Vorteile auf, die ein gemeinsamer Schulstandort hätte: Fachräume, pädagogische Konzepte, keine Pendelei. Das hatten externe Evaluationen ergeben. Außerdem: Auf Dauer wird das Mehr an Lehrerstunden nicht mehr zur Verfügung stehen, das hat die Regierung bereits angedeutet.

Thomas Hacker (FDP) stellte schließlich den Antrag: Die Verwaltung soll ein innenstadtnahes Grundstück suchen und mit der Vorplanung beginnen. So lange geht der Unterricht in Graserschule und Pavillons weiter. Hacker sagte, es sei ein Antrag von allen Fraktionen. „Wir wollen alle das Beste für unsere Kinder.“

Das Bekenntnis für einen neuen Standort bedeutet gleichzeitig, dass die Graserschule nicht saniert wird. Aber Suche und Neubau können dauern: Von zwei bis fünf Jahren war die Rede. So lange muss Schulleiter Huber weiter improvisieren.
NBK Kulmbach

2014-09-12T16:56:36+02:00

Leave A Comment