Wo soll die neue Graserschule hin?

Der Stadtrat sucht nach einem neuen Standort für Graserschule und Pavillonschule – Grundstücke gibt es kaum

Eine Lösung hat am Tag danach noch niemand. Der Stadtrat hatte ein paar Stunden zuvor entschieden, dass Graserschule und Pavillonschule nicht saniert werden sollen, sondern dass die Verwaltung einen alternativen Standort suchen soll. Für ein neues Schulhaus. Eigentlich erst einmal ein Grundstück. Die Anforderungen: Innenstadtnah muss es sein, zwölf Klassen müssen reinpassen und modern soll es sein.

BAYREUTH

Von Tobias Köpplinger

Das Grundstück: Sabine Steininger (Grüne) sagt am Tag danach: „Ich wüsste nicht, welches Areal infrage kommen könnte.“ Ein Areal, auf das ein Schulgebäude passt, Fachräume, Räume für die Mittagsbetreuung, ein Speisesaal, eine Turnhalle. Ludolf Tyll, der Schulreferent, sagt: „Wir brauchen etwa 10 000 Quadratmeter.“ Das ist die Fläche, wenn man Graserschule und Pavillons zusammenzählt. Baureferent Hans-Dieter Striedl sagt: „Ich hatte gehofft, Herr Hacker kommt mit einem Vorschlag. Grundstücke sind eher dünn gesät.“ Thomas Hacker (FDP) hatte den Antrag zum Neubau gestellt. Ein fraktionsübergreifender Antrag. Er sagt am Tag danach: Infrage kämen Flächen an der Casselmannstraße oder hinter dem Arbeitsamt. Die liegen im Sprengel.

Der Sprengel: Günter Weber sitzt im sechsten Stock des Rathauses an einem Besprechungstisch. Vor ihm liegt eine bunte Karte der Stadt, auf der die neun Schulsprengel eingeteilt sind. Der Sprengel Graserschule ist grau, reicht wie ein Keil von Wendelhöfen und Bürgerreuth in die Stadt. Weber ist der Leiter der städtischen Schulverwaltung, er sagt: „Wir haben stabile Schülerzahlen in der Stadt.“ 248 Schüler in der Graserschule und Pavillons. In fünf Jahren könnten es 274 sein. Ähnlich sieht es in den anderen Sprengeln aus: die Jean-Paul-Schule ist ausgelastet, die Luitpoldschule räumlich am Limit. Und St. Georgen hat gerade neue Räume bekommen. Der Sprengel orientiere sich immer an den Schülerzahlen. „Einen neuen Kreis ziehen, das geht nicht so einfach.“ Das sagt auch Schulrat Günter Roß. Die Sprengel orientieren sich an naturräumlichen Gegebenheiten, großen Straßen, gewachsenen Vierteln.

Das Vorbild: Günter Roß schwärmt. Er ist der Bayreuther Schulrat und er schwärmt von Nürnberg. Von St. Leonhard. Dort entsteht gerade eine neue Schule. Eine Zukunftsschule. Roß sagt: „Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann eine Schule mit allen modernen Erfordernissen.“ Die Verbindung von Grundschule, Ganztagsschule, Hort. Flexible Betreuungszeiten. So etwas bauen die Nürnberger gerade. Fertigstellung 2016. Mit Platz für 20 Klassen, 6000 Quadratmeter Fläche, drei Stockwerke, eine Ganztagsschule und ein Hort. Günter Ebert, der das Projekt betreut, sagt: „Wir hätten das im Bestand nicht machen können.“ Er nennt die Schule Ganztagskonzept. Mit Betreuungszeiten von 6.30 Uhr bis 17.30 Uhr und freiwilligem Ferienangebot. „Wir wollen die Bildungsreserven der Kinder heben“, sagt Ebert.

Die Kosten: Sanierte Pavillons und eine generalüberholte Graserschule könnten die Stadt sieben Millionen Euro kosten. Deshalb soll ein Neubau her. Ein modernes Schulhaus. Mit Platz für zwölf Klassen, mit Ganztagseinrichtungen. Was das kosten könnte, darüber wollte am Donnerstag niemand spekulieren. In Nürnberg investieren sie für ihre Zukunftsschule gerade 27 Millionen Euro. „Aber dann haben wir ein zukunftsweisendes Konzept“, sagt Günter Ebert.

NBK Kulmbach

2014-09-12T16:56:23+02:00

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