Die Standortsuche

Wo passt ein neues Schulhaus für Graserschüler und Pavillonkinder hin? Vier Vorschläge bleiben übrig

Groß soll das Grundstück sein, mindestens so groß wie ein Sportplatz. Zentral soll das Grundstück liegen, mitten in der Stadt. Und: bezahlbar soll das Grundstück sein. Bayreuth sucht einen neuen Standort für ein Schulhaus für die Schüler aus der Graserschule und den Pavillons. Und dabei wird immer deutlicher: keine leichte Aufgabe. Vier Flächen stehen jetzt im Fokus.

BAYREUTH

Von Tobias Köpplinger

Carl-Schüller-Straße: Wer einen Schulstandort sucht, muss von oben schauen. Auf einer Karte oder per Google-Maps. Das sagt Ulrike Lex (CSU). Und sie sagt: „Dann sieht man schnell, dass nicht viel übrig bleibt.“ Bayreuth ist voll. Bebaut, leere Flecken gibt es kaum. Aber einer fällt ins Auge. An der Carl-Schüller-Straße, vor dem Betriebsgelände der BEW, dort, wo jetzt Parkbuchten und ein Parkplatz sind. „Man müsste natürlich die Grundstücksfrage klären“, sagt Lex. Mehr will sie eigentlich nicht sagen. Weil Interesse Begehrlichkeiten weckt und Preise in die Höhe treibt. Nur eins noch: Der Platz wäre gut, ein Sportplatz in der Nähe, man müsste die Kinder nicht mit dem Bus durch die Gegend karren. Die Idee kam von Wolfgang Gruber. „Ich fahre dort schließlich seit zehn Jahren vorbei“, sagt der DU-Stadtrat. Er arbeitet zusammen mit Ulrike Lex im Bayreuther Medcenter. Der Standort auf dem Spinnereigelände sei ideal. Verkehrsberuhigt, innenstadtnah und ziemlich genau in der Mitte zwischen den beiden Standorten Graserschule und Pavillons. Einige Bäume könnten im Weg stehen, sagt Gruber. Aber die könnte man vielleicht integrieren. Außerdem sei der Kindergarten Munckerstraße in der Nähe und dort gäbe es bereits Projekte mit der Graserschule. „Aus unserer Sicht hätte das Charme.“

Nordring: Thomas Ebersberger (CSU) lacht erst, dann erzählt er von seinem Wunschstandort. „Ich glaube, an der Einfahrt zum Bezirkskrankenhaus Richtung Mainaue wäre ideal.“ Das Grundstück liegt am Rande des existierenden Schulsprengels. Im Überschwemmungsgebiet. Aber das sei kein Problem, sagt Ebersberger. „Man könnte die Möglichkeit schaffen, dass das vernünftig bebaut werden kann. Auch das Verkehrsproblem lässt der CSU-Stadtrat nicht gelten: Der Schulweg könnte am Roten Main entlangführen, unter dem Nordring hindurch. Ideal. Eine Schule dort läge naturnah, ein Kindergarten liegt in der Nähe. „Und wenn man jetzt mal weiter spinnt, wäre die Herzogmühle, wenn sie abgerissen wird, ideal für Familien und eine tolle Lage für sozialen Wohnungsbau“, sagt Ebersberger. Und noch ein Argument lässt Ebersberger nicht zu. Das von der Innenstadtschule. Denn die gäbe es ja weiter. Die Luitpoldschule. „Eine Grundschule muss dorthin, wo viele kleine Kinder sind“, sagt Thomas Ebersberger.

Rathaus II: Christa Müller-Feuerstein (SPD) sagt, den Gedanken habe sie schon länger. Das Rathaus II. Sie sagt, die Idee sei nicht mit der Fraktion abgesprochen, deshalb rede sie jetzt nur als Stadträtin Christa Müller-Feuerstein. Sie sagt, das Rathaus II in der Dr.-Franz-Straße müsse irgendwann angegangen werden. Das Gebäude sei teilweise in marodem Zustand. „Lange geht das nicht mehr, da muss eine Lösung her.“ Ihr Lösungsvorschlag: ein Tausch. Die Rathausmitarbeiter in die Graserschule und die Graserschüler ins Rathaus II. In einen sanierten Bau oder einen neuen. Das Gelände sei ideal, sagt Müller-Feuerstein. Innenstadtnah, weg vom Durchgangsverkehr, in unmittelbarer Nähe zu einem Kindergarten und einem Seniorenheim. „Dort könnte ein neues soziales Zentrum entstehen“, sagt sie. Und die Übergangszeit sei kein Ausschlusskriterium, sagt Müller Feuerstein. Schließlich werde im Rathaus I auch Stock für Stock saniert und Mitarbeiter ausgelagert. Derzeit arbeiten im Rathaus II 110 Mitarbeiter. Das Gebäude liegt knapp außerhalb des existierenden Sprengels Graserschule. Christa Müller-Feuerstein sagt: „Wir müssen nach der besten Lösung suchen, und die wird uns nicht in den Schoß fallen.“

Casselmannstraße: Der sichtbarste Standort; der alte Meisterkauf in der Casselmannstraße. Innenstadtnah, groß, ein Sahnestück. Die Sparkasse Bayreuth erwarb das Erbbaurecht für das Grundstück im Juni 2009. Der Plan damals: Hier sollte das neue Sparkassengebäude entstehen. Vier Jahre später beschloss der Verwaltungsrat, der neue Sitz der Sparkasse soll dorthin, wo der alte war. Am Luitpoldplatz. Im April 2013 verkaufte die Sparkasse das Grundstück an die Konzept Bau, Kaufbeuren. Das Unternehmen entwickelt Immobilien für Baumarkt-Projekte, Fachmarkt-Zentren und Einzelmärkte. Schulen stehen nicht im Portfolio Hans Schneider ist dort der Geschäftsführer. Im April sagte Schneider im Kurier-Gespräch: „Wir werden den Standort für Einzelhandel reaktivieren. Nahversorgung ist der Oberbegriff.“ Am Mittwoch heißt es aus Kaufbeuren, kommende Woche gebe es Informationen, was mit dem Gelände passiert. Joachim Oppold, der Sprecher der Stadt sagt, er wolle Hans Schneider nicht vorgreifen, das Gelände gehöre nicht der Stadt. Die Stadt sei als Genehmigungsbehörde involviert. Mehr sagt Oppold nicht. Als Schulstandort scheidet der Meisterkauf damit aus.

NBK Kulmbach

2014-09-12T16:55:23+02:00

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