Kurze Beine, kurze Wege

Leserbrief zum Bericht „Wo soll das neue Schulhaus für Graserschule und Pavillons hin?“, Kurier vom 7. August und zum Leserbrief von Eva Maisel „Plötzlich Luftschlösser gebaut“, Kurier vom 9./10. August.

So, jetzt ist es also raus, die Renovierung eines Pavillons der Graserschule kommt doch knapp doppelt so teurer (460 000 Euro) als von einem Architekten geschätzt (275 000 Euro) – wer hätte das gedacht? Der Stadtrat hatte bisher in den Haushaltsberatungen vorerst nur einmalig 275 000 Euro für die Sanierung dieser eingestellt, das heißt, man müsste nun doch insgesamt mit 920 000 Euro für die Sanierung der beiden Pavillons rechnen.

Dass das für viele keine Überraschung ist, ist klar, wurde ja schon vorher offen kommuniziert. Eine Überraschung aber war die Entscheidung des Stadtrates, dann doch gleich eine ganz neue Schule bauen zu wollen. Der Stadtrat hat nun die Entscheidung getroffen, die Pavillons aufgrund der ausufernden Kosten doch nicht zu renovieren und damit den Stadtsäckel zu entlasten. Was macht es dann für einen Sinn, gleich einen vollständigen Neubau für grob geschätzte 27 000 000 Euro irgendwohin zu setzen, zumal man weder ein passendes Gelände hat, von weiteren Planungen ganz zu schweigen?

Darunter leiden müssen die Schüler beider Gebäude. Es ist davon auszugehen, dass keine schnelle Lösung in Sicht ist. Ich bin gespannt, wann der Stadtrat endlich den Mut hat, die Stammschule der Graserschule für geschätzte sieben Millionen Euro (damals geschätzt für Graserschule und Pavillons gemeinsam) vernünftig zu renovieren, um der Stadt eine angemessen sanierte Innenstadtschule zu bieten. Und die Stadt „spart“ dabei auch noch (nicht ausgegebene) 20 Millionen Euro, die sie für andere Schulen einsetzen kann, Geld, das sie sowieso nicht hat. Abgesehen davon, dass das Gebäude der Graserschule ja trotzdem renoviert werden müsste, wenn sich eine andere Verwendung fände. Die von den Stadträten aufgezählten Vorteile eines gemeinsamen Standortes wie: Fachräume, pädagogische Konzepte, Ganztagsschule, und sogar gute Erreichbarkeit durch die ZOH werden ja schon gelebt. Und – plötzlich ist gar nicht mehr von: „kurzen Beinen – kurze Wege“ die Rede, da werden munter irgendwelche Standorte diskutiert, die aber räumlich gar nichts mehr mit diesem Schlagwort zu tun haben. Da dieses Thema ja nicht erst seit gestern diskutiert wird, hoffe ich, dass der Stadtrat endlich zu einer schnellen, besonders für die Schüler weisen und vernünftigen Entscheidung kommt. Ich kann es einfach nicht verstehen, dass in Zeiten knapper Kassen solche Luftschlösser gebaut werden, und da ist die Sanierung der Graserschule nicht das Einzige. Für mich gehört etwa auch das Dammwäldchen zu solchen überflüssigen Ausgaben. Alles „nice to have but not a must“!

Monika Adler, Bayreuth

NBK Kulmbach

2014-09-13T20:23:30+02:00

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