Diskussion um Neubau der Graserschule: Wirthstraße als Favorit

NBK am 16.09.2014

Vier Standorte blieben am Ende übrig: Wirthstraße, das Postgelände am Bahnhof, ein Gelände an der Zufahrt zum Bezirkskrankenhaus und Grundstücke am Berliner Platz. Hier könnte für die Mehrheit des Stadtrates die neue Graserschule entstehen. Könnte. Die Oberbürgermeisterin warnte: zu teuer. Ihr Vorschlag: die Graserschule modernisieren.

Die Wirthstraße konnten sich die meisten Stadträte vorstellen. Ein Grundstück zwischen Meisterkauf und Rotem Main. 6300 Quadratmeter groß, Mitten im Schulsprengel der Graserschule, viel Grün drum herum. Ein Fußweg führt zum Main, zum Busbahnhof sind es nur wenige hundert Meter. Deshalb sagte Baureferent Hans-Dieter Striedl auch von „unproblematischer Zuwegung“.

Von Tobias Köpplinger

BAYREUTH.

Die Wirthstraße war einer von sieben Standorten, die die Verwaltung geprüft hatte. Das hatte der Stadtrat im Juli so beschlossen. Mögliche Standorte für die Graserschule suchen. Vier blieben am Montag in der Sitzung des Hauptausschusses übrig: die Wirthstraße, Teile des Postgeländes am Bahnhof, ein Gelände am Nordring direkt an der Zufahrt zum Bezirkskrankenhaus und mehrere Grundstücke westlich des Berliner Rings.

Und ein Favorit schien sich schnell herauszukristallisieren: das Grundstück in der Wirthstraße. Thomas Ebersberger (CSU) sagte, „persönlich halte ich den Standort an der Wirthstraße für sehr positiv.“ Thomas Hacker (FDP) sagte: „Die Wirth Straße erfüllt die Erfordernisse, die wir gestellt haben. Stadtnah, grün, in der Mitte des Sprengels.“ Und noch so ein Vorteil: dort steht nichts, es könnte schnell losgehen. Ulrike Lex (CSU) sagte: „In der Wirthstraße sind Natur und Innenstadt kombinierbar.“

Einziger Haken: Das Grundstück gehört nicht der Stadt, sondern einem privaten Eigentümer. Der sei grundsätzlich verkaufswillig, sagte Striedl. Über den Preis könne er nichts sagen, nur den Bodenrichtwert hatte er angegeben. 190 Euro pro Quadratmeter. Ein Anhaltspunkt. Macht bei 6300 Quadratmetern 1,2 Millionen Euro. Und bei städtischem Interesse schnell noch mehr.

Stefan Schlags (Grüne) sprach von 20 bis 30 Millionen Euro Gesamtkosten. „Wo sollen wir das hernehmen?“ Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe sagte: „Das sollten wir im Hinterkopf behalten.“ Bei der bestehenden Graserschule könne man dagegen sofort anfangen und diese zukunftsfähig machen. Sie sagte: „Ich glaube, das wäre das sinnvollste klare Bekenntnis.“

Aber da widersprachen die Stadträte: „Jetzt fangen wir wieder an und machen diese Graserschuldiskussion auf. Es war ein fast einheitlichen Beschluss vor den Ferien“, schimpfte Ulrike Lex. Sie sagte, es gehe um eine zukunftsfähige Schule. Christa Müller-Feuerstein (SPD) sagte: „Ich wundere mich auch über diese Diskussion.“ Sie forderte: erst prüfen. Klaus Klötzer (CSU) sagte: „Was mich erschüttert, ist, dass sie jetzt gegen einen geltenden Stadtratsbeschluss stimmen.“ Zukunftsfähig gehe in der Graserschule nicht. „Die 240 Kinder haben etwas anderes verdient.“ Thomas Hacker sagte: „Sich dem zu verweigern, halte ich für höchst fragwürdig.“

Die Mehrheit des Ausschusses entschied dann, dass die Verwaltung die Striedlschen Vorwürfe prüfen solle. Erst dann wolle man weitersehen.

2014-09-17T15:22:33+02:00

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