Nachlese zum Bürgerentscheid

Ein wenig scheint es immer Glückssache zu sein, wie man in einem Zeitungsartikel zitiert wird. Niemand von „Rettet die Graserschule“ konnte wirklich mit diesem positiven Wahlausgang rechnen. Umso größer war dann die Freude! Das in den ersten Interviews immer wieder auftauchende „Bauchgefühl“ war sicher nicht Entscheidungsgrundlage der Bürger, denn es gab viele starke Argumente für die Sanierung.

testschulhaus

Nun, da die Entscheidung gefallen ist, wollen wir doch noch zwei Stimmen aus dem Nordbayerischen Kurier zu Wort kommen lassen und kurz kommentieren. Frau Dr.  Lex (CSU) wird am 14.3.2016 zitiert:

 „Am Ende war das ein Politikum, auch eine Machtfrage.“

Nicht erst am Ende. Leider wurde die Diskussion von Anfang an im Stadtrat geführt wie eine politische Kampagne. Die Betroffenen wurden von den Neubaubefürwortern  ignoriert und es wurde immer wieder die seltsame Behauptung aufgestellt, es ginge um Machtverhältnisse im Stadtrat oder eine Bestätigung bzw. Schwächung der Oberbürgermeisterin, nur weil diese sich, nach dem Abwägen verschiedener Sachargumente, für die Sanierung der Schule ausgesprochen hatte.

Wir haben als Bürgerinnen und Bürger, sowie als Betroffene, ein großes Interesse an der Graserschule und der Innenstadt.  Vom Stadtrat erhofften wir, dass er erkennt, wie wichtig es ist,  sich mit den Betroffenen ernsthaft und rechtzeitig zusammen- und auseinanderzusetzen, wenn es um Themen geht, die die Innenstadt betreffen. Dabei muss es letztlich egal sein, ob irgendwer  „an Macht gewinnt“, sondern es sollte um die Sache gehen.

Weiter geht es im Zitat:

 „Auch, wie diese Debatte geführt wurde, beschäftigt die CSU-Stadträtin weiter. Von der Lex-Schule oder der Bonzen-Schule war in den sozialen Netzwerken die Rede – und das waren noch die zahmeren Formulierungen. „Man musste sich teilweise persönlich angreifen lassen, weil man eine Meinung vertreten hat“, sagt die CSU-Stadträtin. Und nennt das bedenklich.“

Niemand wurde von uns persönlich angegriffen, weil er oder sie sich für eine Sache einsetzt. Angegriffen wurden StadträtInnen dafür, dass sie protestierende Bürger ignoriert und ihnen manipulatives Verhalten unterstellt haben, während man gleichzeitig immer stärker den Eindruck gewann, dass die Betroffenen, und dann auch die Bürger, durch unausgegorene Argumente und verwirrende Formulierungen über den Tisch gezogen werden sollten.
Ist Frau Dr. Lex nie auf die Idee gekommen, dass wir vielleicht die Wahrheit sagen und tatsächlich eine relevante Eltern- und Bürgermeinung vertreten könnten? Oder, dass man unsere Proteste und Unterschriftensammlungen nicht einfach vom Tisch wischen kann, wie Herr Bauske (SPD) in der Stadtratssitzung, nur weil das böse, „manipulative“ Internet genutzt wurde?

„Noch etwas gibt es, worüber es sich nachzudenken lohnt, sagt Lex. „Sind wir wirklich so weit von den Bürgern weg? Haben wir ein Kommunikationsproblem?“ Das gilt nicht nur für den Bürgerentscheid zur Graserschule. Das gilt mehr noch für das überraschende Votum der Bayreuther gegen eine Ersatzspielstätte in der Rotmainhalle. „Wir müssen fragen, was wir falsch machen im Umgang mit den Bürgern“, sagt die CSU-Stadträtin. „Und da schließe ich alle im Stadtrat und die Oberbürgermeisterin mit ein.“

Dem kann man sicher zustimmen. Anstatt von oben herab zu entscheiden und dies dann dem Bürger zu „verkaufen“, könnte es weiterhelfen, rechtzeitig MIT den Bürgern zu kommunizieren. Der Blick über den politischen Tellerrand ist wichtig.
Es ist in den letzten zehn Jahren einiges schief gelaufen in Bayreuth. Die Bürger erwarten inzwischen mehr Klarheit und Transparenz. Vielleicht lässt sich dadurch das durch den ständigen Hickhack verspielte Vertrauen zurückgewinnen.

Nun aber endlich zurück zum Thema: Die Graserschule.

Hierzu ebenfalls ein Zitat aus dem Nordbayerischen Kurier vom 13.3.2016:

„Was muss jetzt passieren, dass es weitergeht für die Graserschule?
Huber: Ich hoffe, dass jetzt ganz schnell Gespräche geführt werden. Gespräche, an denen die Stadt Bayreuth, die Schulleitung, die Lehrer und die Mitglieder des Elternbeirats teilnehmen können. Denn derartige Gespräche sind bislang kaum geführt worden. Dann müssen ganz schnell Pläne auf den Tisch kommen, anhand derer man etwas entwickeln kann. Dazu gehört, dass man bei der Begrünung, was machen kann, dass man beispielsweise das Dachgeschoss der Schule mit einbeziehen kann in die Planungen.
Gehen Sie davon aus, dass man bei der Sanierung das gleiche Ergebnis, die gleiche Qualität schaffen kann, wie man es bei einem Neubau hätte erreichen können?
Huber: „Das ist tatsächlich eine schwierige Frage. Ich denke aber, dass man eine sehr hohe Qualität erreichen kann, wenn man entsprechend viel Geld in die Hand nimmt. Und wenn man das, was man anpacken will, richtig macht. Dazu gehört, dass es die Möglichkeit gibt, eine Aula anzubauen, eine Mensa. Dazu gehört natürlich auch, dass man den Pausenhof in Richtung Parkplatz erweitert. Dass man den Schallschutz im Vergleich zu dem, was bislang gemacht wurde.Bestimmte Dinge aber werden sicher im Altbau nicht gehen.“

Das sind doch schon sehr schöne Ansätze. Im Altbau gehen andere Dinge, als in einem Neubau. Wenn alle Interessierten einbezogen werden, ja vielleicht sogar auch Eltern zu Wort kommen, die noch kleinere Kinder haben, die dann in die frisch renovierte Schule eingeschult werden, kann das Projekt nur gelingen. Wir freuen uns darauf!

2016-03-22T21:13:12+00:00

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