6 02, 2015

Graserschule: Stadt soll Standorte prüfen

BAYREUTH. Jetzt gibt es den Beschluss, der im öffentlichen Teil der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses nicht gefällt werden konnte: Wie Joachim Oppold, der Pressesprecher der Stadt, auf Anfrage mitteilte, sind die Mitglieder des Ausschusses im nichtöffentlichen Teil der Sitzung am Mittwoch über die Ergebnisse der Prüfung von vier möglichen Standorten (Wirthstraße, Post Bürgerreuther Straße, Zufahrt Bezirkskrankenhaus Nordring und Bereich westlich Berliner Platz) für einen Neubau der Graserschule in Bayreuth informiert worden. Das Gremium hat nach weiterer eingehender Diskussion ein Gutachten beschlossen, „das dem Stadtrat empfiehlt, die Verwaltung mit einer vertieften Untersuchung von drei Standorten zu beauftragen“, heißt es in einer Pressemitteilung Oppolds. Dabei geht es um die Standorte Bürgerreuther Straße und Wirthstraße sowie um ein neu in die Überlegungen einbezogenes Grundstück im Besitz des Bezirks Oberfranken, das an der Ecke Nordring/Cottenbacher Straße liegt. Über das Ergebnis soll bis spätestens Ende Juni 2015 erneut berichtet werden.

Für eine Entscheidung, ob die Graserschule generalsaniert oder an einem anderen Standort neu errichtet werden soll, sind beide Optionen im Rahmen einer Gesamtschau vorzustellen. Sie soll unter anderem Informationen zu den zu erwartenden Betriebskosten, zu den Kosten für einen möglichen Grundstücksankauf für einen Neubau, zu den Baukosten eines solchen Neubaus, zu den Sanierungskosten von Graserschule und Pavillonschule und zur Zuschusssituation für beide Varianten beinhalten.red

NBK Kulmbach vom Freitag, 6. Februar 2015, Seite 15

6 02, 2015

CSU rüttelt an den Schulsprengeln

Fraktionsvorsitzender sagt: Für Kinder müssen die Wege auch nach einem Neubau kurz bleiben

BAYREUTH

Von Frank Schmälzle

Die Prüfung der vier möglichen Plätze für einen Neubau der Graserschule ist weit vorangeschritten: Voraussichtlich im Februar wird die Verwaltung dem Stadtrat Vor- und Nachteile der in Frage kommenden Standorte vorlegen. Dann beginnt nicht nur eine Debatte über Sinn oder Unsinn eines Neubaus. Dann wird ein noch weitergehendes Problem aufgeworfen.

Für Stefan Specht steht eines im Vordergrund: Kinder sollten es möglichst nah zu ihrer Grundschule haben. Abhängig davon, für welchen Standort sich der Stadtrat entscheiden sollte, sei dann eine Diskussion über einen neuen Zuschnitt der Sprengel der Bayreuther Grundschulen notwendig, sagt der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat. Denn: „Eine Schule muss möglichst zentral innerhalb ihres Sprengels liegen.“ Und: In einen Neuzuschnitt will Specht auch die Entwicklung der Schülerzahlen an den Grundschulen einbeziehen. „Es gibt verlässliche Zahlen, wo in Bayreuth die meisten Kinder wohnen und wie sich die Entwicklung in den Stadtteilen darstellen wird.“

Einen solchen Automatismus sieht Sozialreferent Carsten Hillgruber, in dessen Ressort seit kurzem auch die Schulen fallen, nicht. Alle vier diskutierten Standorte – auf dem Posteglände, am Bezirkskrankenhaus, an der NSB und an der Wirthstraße – liegen innerhalb des Sprengels der Graserschule, für die ein Neubau diskutiert wird. An der Zahl der Grundschüler im Sprengel der Graserschule werde sich in den nächsten Jahren kaum etwas ändern. Derzeit besuchen 268 Schüler zwölf Klassen. Im Schuljahr 2018/2019 werden es voraussichtlich 274 sein. Auch im gesamten Stadtgebiet werde die Zahl der Grundschüler stabil bleiben. Derzeit sind es 1979, im Schuljahr 2018/2019 werden es 1972 sein.

Hillgruber weist darauf hin, dass eine Veränderung eines Schulsprengels „notwendigerweise auch mindestens einen weiteren betrifft. Das heißt: Sollte sich die CSU mit ihrem Vorschlag durchsetzen, wären nicht nur die Schüler der Graserschule betroffen. Insgesamt gibt es in Bayreuth neun Grundschulsprengel. Auch Specht sagt: „Einfach wird eine Änderung des Schulsprengels nicht.“

Zuvor allerdings wird sich der Stadtrat noch einmal mit der Grundsatzfrage zu beschäftigen haben: Braucht es einen Neubau für die Graserschule? In Stadtratskreisen wird bereits spekuliert, dass die Standortprüfung der Verwaltung vor allem einen Zweck haben werde: einen Neubau teuer zu rechnen und abzuwenden, damit die Schule an ihrem derzeitigen Standort und in ihrem Gebäude bleibt. Das solle dann saniert und umgebaut werden.

Die Chefin der Verwaltung und Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe hatte bei ihrer Jahrespressekonferenz Stellung bezogen. Sie will die Graserschule dort belassen, wo sie jetzt ist. Und sie will einen Anbau an das Rathaus, um Platz für die ins marode Rathaus II ausgelagerten Teile der Verwaltung zu schaffen. Doch auch dagegen regt sich Widerstand, zum Beispiel von den Grünen im Stadtrat: Sie wollen eine effizientere Verwaltung. Die brauche keinen weiteren Anbau.


Nordbayerischer Kurier vom Donnerstag, 22. Januar 2015, Seite 10
23 10, 2014

Zwischen zeitgemäß und ehrwürdig

Als Schuleinrichtung funktioniert die Graserschule nach wie vor, doch ihr Antlitz ist in die Jahre gekommen und nur noch bedingt vorzeigbar

BAYREUTH

Von Gordian Beck

Die Graserschule. In dem langen, breiten und vor allem hohen Flur im Erdgeschoss glänzt das Linoleum. „Unverwüstlich“, meint Anton Vrgoc lächelnd, „mit das Beste, was man in einer Schule verlegen kann“. Er muss es wissen, seit 2006 ist er als Bauingenieur für das Hochbauamt der Stadt tätig und zugleich derjenige, der sich um die Graserschule kümmert. Die anstehenden Reparaturen, die Planung für die Sanierung, deren Kosten – all das beruht auf seiner Expertise. Wobei die knapp sieben Millionen Euro, die eine umfassende Sanierung und Modernisierung der Schule kosten soll, erst eine „Art Hausnummer“ darstellen, wie Vrgoc zugibt. Wie auch die Planung noch nicht allzu weit vorangeschritten ist. 2006 habe man damit begonnen, so Hans-Dieter Striedl, der Baureferent der Stadt, diese jedoch „angesichts der Rathaus-II-Diskussion bald wieder hintangestellt.“ Erst 2013 habe man sich daher wieder mit der Sanierung der Graserschule planerisch beschäftigt. Neu und unter ganz anderen Vorzeichen, natürlich. Fest sei deshalb noch nichts, Ideen jedoch haben wir viele, sagt Vrgoc. Doch die liegen nun wieder auf Eis, die Überprüfung möglicher Standorte für einen Neubau hat Vorrang. Das heißt jedoch nicht, dass der Bauunterhalt für die Graserschule gestrichen ist. „Alles, was repariert werden muss, wird auch repariert“, sagt dazu Andreas Huber, Rektor der Graserschule. Etwa 20 000 Euro stehen dafür jährlich zur Verfügung. „Das kann jedoch bei Bedarf aufgestockt werden“, erläutert Striedl. So habe man außer der Reihe 2013 das Flachdach im Übergang zur Turnhalle erneuert, beziehungsweise, geflickt. Denn „eine Schule muss funktionieren“, sagt Vrgoc. „Und das tut sie auch“, betont Huber. Mit Abstrichen allerdings. Wobei diese zumeist die Optik betreffen. Die Toiletten, beispielsweise. Sie tun ihren Dienst, doch gerne sucht man diesen Ort mit Sicherheit nicht auf. Zu deutlich sind hier die Gebrauchsspuren vieler Jahrzehnte sichtbar. Oder die Heizung in den Fluren. Dann und wann ein braun gestrichener Heizkörper, die dazu gehörigen Rohre laufen sichtbar an den Wänden entlang. Die Wärmeleistung sei jedoch gut, so Huber. In den Gängen müsse niemand frieren, die wenigen Heizkörper reichten völlig aus. Denn die Bausubstanz sei gut. „Wir haben hier 60 bis 80 Zentimeter dicke Wände, die zudem zweischichtig aufgebaut sind, das heißt außen Sandsteinblöcke, innen Ziegel“, erklärt Vrgoc. „Auch im Falle einer Sanierung würde man diese Wände nicht dämmen.“

Ein Aha-Erlebnis bieten dagegen die Klassenzimmer. Denn diese sind riesig. „76 Quadratmeter“, meint Vrgoc, „so groß baut man heute nicht mehr“. 56 Quadratmeter, das sei der Standard. Übrigens auch bei einem Neubau der Graserschule. „Wir haben hier wirklich Platz“, sagt Huber und verweist auf eine Art Spielecke im hinteren Bereich eines Klassenzimmers, die recht großzügig ausgefallen ist. Im Falle einer Modernisierung könnte man anstatt dieser eine Wand einziehen und so einen zusätzlichen Kleingruppenraum schaffen.

Wie Raum in dieser Schule generell kein Mangel ist. Ein behindertengerechter Aufzug? Kein Problem, meint Vrgoc, in den Treppenhäusern sei Platz. Und die in ihrer Örtlichkeit arg improvisiert wirkende Mittagsbetreuung? Könnte ohne Probleme aus dem ersten Stock ins Parterre umziehen. Die Räume dort werden noch vom Schulpsychologen sowie von der Landesbildstelle belegt. Für Letztere könnte man in jedem Fall andere Räumlichkeiten finden, sagt Striedl; der Schulpsychologe ziehe demnächst aus, ergänzt Huber. Dann könnte man dort einen großen Speisesaal nebst Küche mit Durchreiche platzieren, meint Vrgoc. „Pläne dafür gibt es bereits.“

So gesehen, hat die Graserschule durchaus Potenzial, denn setzt man um, was heute technisch möglich ist, dann kann hier eine moderne Schule in alten Gewand entstehen. Und die Pavillonschule? Sie würde im Falle einer Modernisierung zunächst bestehen bleiben, sagt Vrgoc, „die Logistik bei einem solchen Umbau ist kompliziert, da sind Ausweichmöglichkeiten hoch willkommen“. Denn die Arbeiten dürften sich hinziehen, schließlich muss fast überall Hand angelegt werden; von der sanierungsbedürftigen Turnhalle mit ihren maroden Umkleiden über die Elektrik bis hin zur Farbgestaltung innen. Denn das Schwarz der Fassade wird der Graserschule wohl erhalten bleiben, die Patina vergangener Jahrzehnte schütze den Sandstein, so der Denkmalschutz.
Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 18. Oktober 2014, Seite 16

17 09, 2014

Diskussion um Neubau der Graserschule: Wirthstraße als Favorit

NBK am 16.09.2014

Vier Standorte blieben am Ende übrig: Wirthstraße, das Postgelände am Bahnhof, ein Gelände an der Zufahrt zum Bezirkskrankenhaus und Grundstücke am Berliner Platz. Hier könnte für die Mehrheit des Stadtrates die neue Graserschule entstehen. Könnte. Die Oberbürgermeisterin warnte: zu teuer. Ihr Vorschlag: die Graserschule modernisieren.

Die Wirthstraße konnten sich die meisten Stadträte vorstellen. Ein Grundstück zwischen Meisterkauf und Rotem Main. 6300 Quadratmeter groß, Mitten im Schulsprengel der Graserschule, viel Grün drum herum. Ein Fußweg führt zum Main, zum Busbahnhof sind es nur wenige hundert Meter. Deshalb sagte Baureferent Hans-Dieter Striedl auch von „unproblematischer Zuwegung“.

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30 07, 2014

Schlimmer konnte es gar nicht kommen

Leserbrief zum Artikel „Grundstückssuche in Bayreuth: Wo sollen Graserschule und Pavillons hin?“, Kurier vom 25. Juli.

Noch kurz vor der Wahl haben einige ganz anders gesprochen. Es ist schon spannend, wie schnell manche Stadträte, die vor ein paar Wochen noch Unterschriften gesammelt und mit den Eltern demonstriert haben, die Meinung ändern. Schon bei der Entscheidung des alten Stadtrates war klar, dass die Sanierung voraussichtlich deutlich teurer wird (zumindest hat das der Stadtbaureferent von Anfang an deutlich gesagt) und die Zuschüsse außerdem für die Graserschule (mehr …)

13 08, 2014

Kurze Beine, kurze Wege

Leserbrief zum Bericht „Wo soll das neue Schulhaus für Graserschule und Pavillons hin?“, Kurier vom 7. August und zum Leserbrief von Eva Maisel „Plötzlich Luftschlösser gebaut“, Kurier vom 9./10. August.

So, jetzt ist es also raus, die Renovierung eines Pavillons der Graserschule kommt doch knapp doppelt so teurer (460 000 Euro) als von einem Architekten geschätzt (275 000 Euro) – wer hätte das gedacht? Der Stadtrat hatte bisher in den Haushaltsberatungen vorerst nur einmalig 275 000 Euro für die Sanierung dieser eingestellt, das heißt, man müsste nun doch insgesamt mit 920 000 Euro für die Sanierung der beiden Pavillons rechnen.

Dass das für viele keine Überraschung ist, ist klar, wurde ja schon vorher offen kommuniziert. Eine Überraschung aber war die Entscheidung des Stadtrates, dann doch gleich eine ganz neue Schule bauen zu wollen. (mehr …)

9 08, 2014

Plötzlich Luftschlösser gebaut

Leserbrief um Artikel „Wo soll das neue Schulhaus für Graserschule und Pavillons hin?“, Kurier vom 7. August.

Das Konzept der Graserschule als echter Innenstadtschule ist ein Erfolg und erfreut sich reger Nachfrage. Eltern, Schüler, Lehrer: Alle sind zufrieden mit der Schule, mit ihrer Lage und mit ihren einzigartigen Möglichkeiten. Wenn man nur endlich einmal das Geld für die Renovierung in die Hand nehmen würde!

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24 07, 2014

Das Ende der Pavillonschule

Stadtrat will Gebäude nicht sanieren – Grundstück für Schulneubau für Graserschule und Pavillons gesucht

Plötzlich war da keine Spur mehr von Zoff, die Stadträte waren sich einig: Die Pavillonschule hat keine Zukunft mehr. Die Kosten für die Sanierung der fast 50 Jahre alten Pavillons auf dem Grünen Hügel sind viel zu hoch. Fast einstimmig beschloss der Stadtrat ein neues Schulhaus muss her für die Schüler von Graserschule und Pavillonschule. Alle schienen zufrieden, nur der Schulleiter konnte sich nicht freuen.
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25 07, 2014

Wo soll die neue Graserschule hin?

Der Stadtrat sucht nach einem neuen Standort für Graserschule und Pavillonschule – Grundstücke gibt es kaum

Eine Lösung hat am Tag danach noch niemand. Der Stadtrat hatte ein paar Stunden zuvor entschieden, dass Graserschule und Pavillonschule nicht saniert werden sollen, sondern dass die Verwaltung einen alternativen Standort suchen soll. Für ein neues Schulhaus. Eigentlich erst einmal ein Grundstück. Die Anforderungen: Innenstadtnah muss es sein, zwölf Klassen müssen reinpassen und modern soll es sein.

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7 08, 2014

Was kommt nach der Graserschule? Bayreuth sucht ein neues Schulgelände

Die Vorgaben sind klar: Innenstadtnah soll das Grundstück liegen. Ein Schulgebäude muss daraufpassen, und deshalb müssen es mindestens 10 000 Quadratmeter Fläche sein. Und bezahlbar soll das Grundstück auch noch sein. Die Stadt Bayreuth sucht ein Grundstück für einen Schulhausneubau. Dort sollen irgendwann die Schüler aus der Graserschule und den Pavillons einziehen. So hat das der Stadtrat beschlossen. Eine Sanierung der Pavillons ist zu teuer und auch die Ertüchtigung der Graserschule ist kaum erschwinglich. Insgesamt sieben Millionen Euro. Die Idee des Stadtrates: ein neues Schulhaus. Neu und modern. Jetzt werden Grundstücke gesucht – und da kristallisieren sich vier Flächen heraus.

NBK Kulmbach

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