23 10, 2014

Zwischen zeitgemäß und ehrwürdig

Als Schuleinrichtung funktioniert die Graserschule nach wie vor, doch ihr Antlitz ist in die Jahre gekommen und nur noch bedingt vorzeigbar

BAYREUTH

Von Gordian Beck

Die Graserschule. In dem langen, breiten und vor allem hohen Flur im Erdgeschoss glänzt das Linoleum. „Unverwüstlich“, meint Anton Vrgoc lächelnd, „mit das Beste, was man in einer Schule verlegen kann“. Er muss es wissen, seit 2006 ist er als Bauingenieur für das Hochbauamt der Stadt tätig und zugleich derjenige, der sich um die Graserschule kümmert. Die anstehenden Reparaturen, die Planung für die Sanierung, deren Kosten – all das beruht auf seiner Expertise. Wobei die knapp sieben Millionen Euro, die eine umfassende Sanierung und Modernisierung der Schule kosten soll, erst eine „Art Hausnummer“ darstellen, wie Vrgoc zugibt. Wie auch die Planung noch nicht allzu weit vorangeschritten ist. 2006 habe man damit begonnen, so Hans-Dieter Striedl, der Baureferent der Stadt, diese jedoch „angesichts der Rathaus-II-Diskussion bald wieder hintangestellt.“ Erst 2013 habe man sich daher wieder mit der Sanierung der Graserschule planerisch beschäftigt. Neu und unter ganz anderen Vorzeichen, natürlich. Fest sei deshalb noch nichts, Ideen jedoch haben wir viele, sagt Vrgoc. Doch die liegen nun wieder auf Eis, die Überprüfung möglicher Standorte für einen Neubau hat Vorrang. Das heißt jedoch nicht, dass der Bauunterhalt für die Graserschule gestrichen ist. „Alles, was repariert werden muss, wird auch repariert“, sagt dazu Andreas Huber, Rektor der Graserschule. Etwa 20 000 Euro stehen dafür jährlich zur Verfügung. „Das kann jedoch bei Bedarf aufgestockt werden“, erläutert Striedl. So habe man außer der Reihe 2013 das Flachdach im Übergang zur Turnhalle erneuert, beziehungsweise, geflickt. Denn „eine Schule muss funktionieren“, sagt Vrgoc. „Und das tut sie auch“, betont Huber. Mit Abstrichen allerdings. Wobei diese zumeist die Optik betreffen. Die Toiletten, beispielsweise. Sie tun ihren Dienst, doch gerne sucht man diesen Ort mit Sicherheit nicht auf. Zu deutlich sind hier die Gebrauchsspuren vieler Jahrzehnte sichtbar. Oder die Heizung in den Fluren. Dann und wann ein braun gestrichener Heizkörper, die dazu gehörigen Rohre laufen sichtbar an den Wänden entlang. Die Wärmeleistung sei jedoch gut, so Huber. In den Gängen müsse niemand frieren, die wenigen Heizkörper reichten völlig aus. Denn die Bausubstanz sei gut. „Wir haben hier 60 bis 80 Zentimeter dicke Wände, die zudem zweischichtig aufgebaut sind, das heißt außen Sandsteinblöcke, innen Ziegel“, erklärt Vrgoc. „Auch im Falle einer Sanierung würde man diese Wände nicht dämmen.“

Ein Aha-Erlebnis bieten dagegen die Klassenzimmer. Denn diese sind riesig. „76 Quadratmeter“, meint Vrgoc, „so groß baut man heute nicht mehr“. 56 Quadratmeter, das sei der Standard. Übrigens auch bei einem Neubau der Graserschule. „Wir haben hier wirklich Platz“, sagt Huber und verweist auf eine Art Spielecke im hinteren Bereich eines Klassenzimmers, die recht großzügig ausgefallen ist. Im Falle einer Modernisierung könnte man anstatt dieser eine Wand einziehen und so einen zusätzlichen Kleingruppenraum schaffen.

Wie Raum in dieser Schule generell kein Mangel ist. Ein behindertengerechter Aufzug? Kein Problem, meint Vrgoc, in den Treppenhäusern sei Platz. Und die in ihrer Örtlichkeit arg improvisiert wirkende Mittagsbetreuung? Könnte ohne Probleme aus dem ersten Stock ins Parterre umziehen. Die Räume dort werden noch vom Schulpsychologen sowie von der Landesbildstelle belegt. Für Letztere könnte man in jedem Fall andere Räumlichkeiten finden, sagt Striedl; der Schulpsychologe ziehe demnächst aus, ergänzt Huber. Dann könnte man dort einen großen Speisesaal nebst Küche mit Durchreiche platzieren, meint Vrgoc. „Pläne dafür gibt es bereits.“

So gesehen, hat die Graserschule durchaus Potenzial, denn setzt man um, was heute technisch möglich ist, dann kann hier eine moderne Schule in alten Gewand entstehen. Und die Pavillonschule? Sie würde im Falle einer Modernisierung zunächst bestehen bleiben, sagt Vrgoc, „die Logistik bei einem solchen Umbau ist kompliziert, da sind Ausweichmöglichkeiten hoch willkommen“. Denn die Arbeiten dürften sich hinziehen, schließlich muss fast überall Hand angelegt werden; von der sanierungsbedürftigen Turnhalle mit ihren maroden Umkleiden über die Elektrik bis hin zur Farbgestaltung innen. Denn das Schwarz der Fassade wird der Graserschule wohl erhalten bleiben, die Patina vergangener Jahrzehnte schütze den Sandstein, so der Denkmalschutz.
Nordbayerischer Kurier vom Samstag, 18. Oktober 2014, Seite 16

17 09, 2014

Diskussion um Neubau der Graserschule: Wirthstraße als Favorit

NBK am 16.09.2014

Vier Standorte blieben am Ende übrig: Wirthstraße, das Postgelände am Bahnhof, ein Gelände an der Zufahrt zum Bezirkskrankenhaus und Grundstücke am Berliner Platz. Hier könnte für die Mehrheit des Stadtrates die neue Graserschule entstehen. Könnte. Die Oberbürgermeisterin warnte: zu teuer. Ihr Vorschlag: die Graserschule modernisieren.

Die Wirthstraße konnten sich die meisten Stadträte vorstellen. Ein Grundstück zwischen Meisterkauf und Rotem Main. 6300 Quadratmeter groß, Mitten im Schulsprengel der Graserschule, viel Grün drum herum. Ein Fußweg führt zum Main, zum Busbahnhof sind es nur wenige hundert Meter. Deshalb sagte Baureferent Hans-Dieter Striedl auch von „unproblematischer Zuwegung“.

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13 08, 2014

CSU interpretiert das Sommerloch

Die Stadtratsfraktion nutzt die themenschwache Zeit und erklärt ihre Sicht auf die Stadtpolitik

Zeitungsmenschen nennen sie Sommerloch: die Zeit der großen Ferien, die Zeit, in der nicht viel passiert, wenn der Stadtrat Pause macht und kaum politische Entscheidungen fallen. Die Bayreuther CSU-Fraktion nutzte am Dienstag die themenschwache Zeit. In einem Pressegespräch erklärte sie, was gerade wichtig ist. Zumindest für sie.

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13 08, 2014

Kurze Beine, kurze Wege

Leserbrief zum Bericht „Wo soll das neue Schulhaus für Graserschule und Pavillons hin?“, Kurier vom 7. August und zum Leserbrief von Eva Maisel „Plötzlich Luftschlösser gebaut“, Kurier vom 9./10. August.

So, jetzt ist es also raus, die Renovierung eines Pavillons der Graserschule kommt doch knapp doppelt so teurer (460 000 Euro) als von einem Architekten geschätzt (275 000 Euro) – wer hätte das gedacht? Der Stadtrat hatte bisher in den Haushaltsberatungen vorerst nur einmalig 275 000 Euro für die Sanierung dieser eingestellt, das heißt, man müsste nun doch insgesamt mit 920 000 Euro für die Sanierung der beiden Pavillons rechnen.

Dass das für viele keine Überraschung ist, ist klar, wurde ja schon vorher offen kommuniziert. Eine Überraschung aber war die Entscheidung des Stadtrates, dann doch gleich eine ganz neue Schule bauen zu wollen. (mehr …)

12 08, 2014

Zurück mit dem Glockenspiel

Zum Leserbrief „Plötzlich Luftschlösser gebaut“, Kurier vom 9./10. August.

Dem Leserbrief von Frau Maisel kann man nur zustimmen Und geht es bei der ganzen Handlung wirklich um die Graserschule und deren Schülerinnen und Schüler? Geht es nicht doch dabei vorrangig um die Erweiterung des Rathauses in das Gebäude der Graserschule? Wie von langer Hand vorbereitet (Verlegung des Glockenspiels unter OB Mronz)!

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9 08, 2014

Plötzlich Luftschlösser gebaut

Leserbrief um Artikel „Wo soll das neue Schulhaus für Graserschule und Pavillons hin?“, Kurier vom 7. August.

Das Konzept der Graserschule als echter Innenstadtschule ist ein Erfolg und erfreut sich reger Nachfrage. Eltern, Schüler, Lehrer: Alle sind zufrieden mit der Schule, mit ihrer Lage und mit ihren einzigartigen Möglichkeiten. Wenn man nur endlich einmal das Geld für die Renovierung in die Hand nehmen würde!

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9 08, 2014

Die Standortsuche

Wo passt ein neues Schulhaus für Graserschüler und Pavillonkinder hin? Vier Vorschläge bleiben übrig

Groß soll das Grundstück sein, mindestens so groß wie ein Sportplatz. Zentral soll das Grundstück liegen, mitten in der Stadt. Und: bezahlbar soll das Grundstück sein. Bayreuth sucht einen neuen Standort für ein Schulhaus für die Schüler aus der Graserschule und den Pavillons. Und dabei wird immer deutlicher: keine leichte Aufgabe. Vier Flächen stehen jetzt im Fokus.

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7 08, 2014

Was passiert in der Zwischenzeit?

Stephan Müller sagt Nein, der Antrag sei kein Zurückrudern vom Beschluss, einen neuen Standort für Graserschule und Pavillons zu suchen. Die Bayreuther Gemeinschaft hatte in der vergangenen Woche beantragt, inwieweit trotz des Beschlusses Investitionen in die Graserschule möglich seien. „Wir müssen aufpassen, dass das Haupthaus der Graserschule nicht durchs Raster fällt“, sagt Müller. Dann zählt er auf: das Provisorium Mittagsbetreuung oder Räume, in denen (mehr …)

7 08, 2014

Was kommt nach der Graserschule? Bayreuth sucht ein neues Schulgelände

Die Vorgaben sind klar: Innenstadtnah soll das Grundstück liegen. Ein Schulgebäude muss daraufpassen, und deshalb müssen es mindestens 10 000 Quadratmeter Fläche sein. Und bezahlbar soll das Grundstück auch noch sein. Die Stadt Bayreuth sucht ein Grundstück für einen Schulhausneubau. Dort sollen irgendwann die Schüler aus der Graserschule und den Pavillons einziehen. So hat das der Stadtrat beschlossen. Eine Sanierung der Pavillons ist zu teuer und auch die Ertüchtigung der Graserschule ist kaum erschwinglich. Insgesamt sieben Millionen Euro. Die Idee des Stadtrates: ein neues Schulhaus. Neu und modern. Jetzt werden Grundstücke gesucht – und da kristallisieren sich vier Flächen heraus.

NBK Kulmbach

30 07, 2014

Schlimmer konnte es gar nicht kommen

Leserbrief zum Artikel „Grundstückssuche in Bayreuth: Wo sollen Graserschule und Pavillons hin?“, Kurier vom 25. Juli.

Noch kurz vor der Wahl haben einige ganz anders gesprochen. Es ist schon spannend, wie schnell manche Stadträte, die vor ein paar Wochen noch Unterschriften gesammelt und mit den Eltern demonstriert haben, die Meinung ändern. Schon bei der Entscheidung des alten Stadtrates war klar, dass die Sanierung voraussichtlich deutlich teurer wird (zumindest hat das der Stadtbaureferent von Anfang an deutlich gesagt) und die Zuschüsse außerdem für die Graserschule (mehr …)